Was kostet eine professionelle Website 2026?
Warum Website-Angebote so weit auseinanderliegen, welche Funktionen den Preis bewegen und welche Fragen ein belastbares Angebot beantworten muss.
Wer nach dem Preis einer Website fragt, bekommt sehr unterschiedliche Antworten, und die meisten davon können stimmen. Der Unterschied liegt selten an der Agentur. Er liegt daran, was die Website leisten soll.
Für einen lokalen Betrieb ist eine andere Frage nützlicher als die nach der Zahl: Reicht eine einzelne, gut gemachte Seite? Brauchst du mehrere Bereiche für mehrere Leistungen? Oder soll die Website etwas können, das über Informieren und Kontaktieren hinausgeht, etwa verkaufen, buchen oder mit deinen Systemen sprechen? Diese drei Fälle liegen preislich weit auseinander, und zwar aus nachvollziehbaren Gründen.
Warum es keine einzelne Zahl gibt
Eine Website ist kein Produkt aus dem Regal. Sie ist eine Dienstleistung, deren Aufwand vom Umfang abhängt: wie viele Inhalte strukturiert werden, wie individuell die Gestaltung ist, welche Funktionen dazukommen, wer die Texte und Bilder liefert.
Wer dir eine pauschale Zahl nennt, ohne dein Vorhaben zu kennen, rät. Umgekehrt gilt: Wer dir gar keine Größenordnung nennen will, macht es dir unnötig schwer. Ein seriöses Angebot benennt eine Spanne, erklärt, was sie enthält, und sagt, welche Punkte erst nach einer kurzen Prüfung feststehen.
Belastbare Durchschnittspreise für den deutschen Markt gibt es nicht, jedenfalls keine, die von einer Kammer oder einem Verband erhoben würden. Zahlen, die im Netz als „durchschnittliche Website-Kosten" kursieren, stammen meist von einzelnen Anbietern und beschreiben deren eigenes Angebot. Deshalb stehen unten Preise, die wir selbst aufrufen, klar als solche gekennzeichnet.
Drei Ausgangspunkte für lokale Betriebe
Die meisten Vorhaben lassen sich einem von drei Typen zuordnen. Das ist keine Verkaufslogik, sondern die Struktur, an der sich der Aufwand tatsächlich entscheidet.
Onepager: eine Seite, ein klarer Zweck
Ein Onepager ist eine einzelne Seite, auf der alles in Abschnitten untereinander steht: wer du bist, was du anbietest, wo du zu finden bist, wie man dich erreicht. Besucher scrollen statt zu navigieren.
Das passt, wenn dein Angebot überschaubar ist und die Website vor allem Vertrauen schaffen und Kontakt ermöglichen soll. Ein Friseursalon mit einem Standort, ein Handwerksbetrieb mit zwei Gewerken, eine Praxis, die Sprechzeiten und Anfahrt zeigt: dafür reicht eine Seite oft vollkommen.
Grenzen zeigen sich, sobald du mehrere Leistungen wirklich erklären willst. Auf einem Onepager konkurrieren alle Themen um dieselbe Seite. Für die Suche heißt das: Du hast eine Adresse für alle Themen statt einer eigenen Adresse pro Thema. Und wenn regelmäßig Inhalte dazukommen, wird die Seite schnell lang und unübersichtlich.
Bei Origami Lab startet ein Onepager ab 699 €.
Business Website: mehrere Bereiche, klare Struktur
Sobald du drei, vier oder fünf inhaltliche Bereiche brauchst, wird eine mehrseitige Website sinnvoll. Jede Leistung bekommt Platz, die Navigation führt Besucher gezielt, und jede Seite kann ein eigenes Thema abdecken.
Das ist typisch für Betriebe mit mehreren Standbeinen: ein Restaurant mit Karte, Veranstaltungen und Reservierung; eine Praxis mit mehreren Behandlungsschwerpunkten; ein Dienstleister, der verschiedene Zielgruppen anspricht.
Der Aufwand steigt nicht nur wegen der Seitenzahl. Es kommt Struktur dazu: Was gehört wohin, welche Seite führt wohin, wie findet jemand von der Startseite zur passenden Leistung. Diese Arbeit ist unsichtbar und macht trotzdem einen großen Teil des Unterschieds aus.
Bei Origami Lab startet eine Business Website ab 1.199 €, üblicherweise mit drei bis fünf Seiten.
Individuelles Projekt: wenn die Website etwas können muss
Sobald die Website nicht nur informiert, sondern arbeitet, verlässt du den Bereich der Pauschalen. Ein Shop mit Produkten und Bezahlung, ein geschützter Kundenbereich, eine Anbindung an dein Warenwirtschafts- oder Kundensystem: Solche Vorhaben hängen an Details, die man vorher ansehen muss.
Wie viele Produkte, welche Zahlungsarten, welche Versandregeln? Welche Rollen soll ein Login kennen? Welches System soll angebunden werden und welche Schnittstelle bietet es? Zwei Projekte, die von außen gleich aussehen, können sich im Aufwand um ein Vielfaches unterscheiden.
Deshalb gibt es hier bei uns keinen Startpreis, sondern eine Einschätzung nach einer kurzen Projektprüfung.
Was den Preis nach oben bewegt
Nicht jede Funktion kostet gleich viel, und teuer ist selten das, was Kunden zuerst vermuten. Ein paar Beispiele aus unserer eigenen Preisliste, damit die Größenordnungen greifbar werden:
- Online-Terminbuchung: 249–399 €. Kunden buchen selbst, statt anzurufen. Der Aufwand steckt in Verfügbarkeiten und Regeln, nicht im Formular.
- Tischreservierung: 299–499 €. Etwas mehr als eine Terminbuchung, weil Uhrzeit, Personenzahl und Stoßzeiten zusammenspielen müssen.
- Weitere Sprachversion: 249 € je Sprache. Das ist die technische Umsetzung mit Sprachumschalter und Einbindung der Texte. Die Übersetzung selbst ist nicht enthalten.
- SEO-Ausbau: 199–499 €. Keyword-Recherche, Inhaltsoptimierung, zusätzliche Landingpages. Die technische Grundlage ist bei uns ohnehin in jedem Paket enthalten.
- Shop-Funktion: ab 999 €, zusätzlich zur Website. Produkte, Warenkorb, Kasse. Bei größeren Sortimenten oder besonderer Versandlogik schauen wir vorher genau hin.
- Kundenbereich mit Login: ab 999 €, Preis nach Projektprüfung. Rollen, Daten und Anmeldung sind bei jedem Betrieb anders.
Zwei Posten werden regelmäßig unterschätzt. Der erste sind Inhalte: Wenn Texte und Bilder fehlen, wird aus einem Website-Projekt zusätzlich ein Redaktionsprojekt. Bei uns beginnt Content-Produktion ab 299 €, je nach Umfang. Der zweite sind Sonderwünsche im Detail, die im Angebot harmlos klingen und in der Umsetzung Tage kosten. Beides gehört vor die Beauftragung, nicht mitten hinein.
Was nach dem Start weiterläuft
Der Projektpreis ist einmalig. Danach laufen Kosten weiter, und die werden in Angeboten gern übersehen.
Dazu gehören die Domain, das Hosting, gegebenenfalls Lizenzen oder Abos für angebundene Dienste, etwa ein Buchungs- oder Zahlungsanbieter. Dazu kommt die Pflege: Aktualisierungen, kleine Textänderungen, technische Wartung.
Diese Posten musst du nicht bei der Agentur einkaufen. Du kannst Hosting selbst betreiben und Änderungen selbst machen, wenn jemand im Betrieb das übernimmt. Wichtig ist nur, dass jemand zuständig ist. Zwei Dinge laufen sonst auseinander: Inhalte veralten, also Preise, Öffnungszeiten oder Leistungen stimmen nicht mehr. Und überall dort, wo Erweiterungen, Plugins oder angebundene Dienste im Spiel sind, brauchen Aktualisierungen einen festen Platz im Betrieb, statt erst bei einem Problem aufzufallen.
Bei Origami Lab gibt es dafür zwei optionale Stufen: Hosting Basic für 49 € im Monat mit Hosting, Domain, SSL, technischer Betreuung und einer kleinen Änderung pro Monat, sowie Hosting Premium für 99 € im Monat mit Wartung, Support und bis zu drei kleinen Änderungen. Beides ist freiwillig. Ganz ohne laufende Betreuung zu arbeiten, ist ebenfalls eine gültige Entscheidung.
Rechne monatliche Kosten nie in den Projektpreis hinein und umgekehrt. Zwei Angebote sind erst vergleichbar, wenn beide Größen getrennt ausgewiesen sind.
Barrierefreiheit: seit Juni 2025 ein eigener Faktor
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025. Es betrifft unter anderem Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also Websites, über die Verbraucher einen Vertrag abschließen können. Online-Verkauf und Online-Terminbuchung nennt die Bundesfachstelle Barrierefreiheit ausdrücklich als Beispiele.
Zwei Einschränkungen sind für lokale Betriebe wichtig. Erstens: Eine reine Präsentationswebsite, die nur informiert oder Leistungen bewirbt, fällt nach Auskunft der Bundesfachstelle nicht darunter. Zweitens gibt es eine Ausnahme für Kleinstunternehmen. Als solches gilt ein Unternehmen, das weniger als zehn Personen beschäftigt und dabei entweder höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz erzielt oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens zwei Millionen Euro hat. Diese Ausnahme gilt allerdings nur für Dienstleistungen, nicht für Unternehmen, die Produkte in Verkehr bringen.
Für die Kalkulation heißt das: Sobald deine Website buchen oder verkaufen soll, gehört Barrierefreiheit auf die Liste der Punkte, die du vor der Beauftragung klärst. Ob dein Vorhaben tatsächlich unter das Gesetz fällt, hängt vom Einzelfall ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Sprich das früh an, damit es im Angebot berücksichtigt ist statt später nachgeschoben zu werden. Für die verbindliche Einschätzung wende dich an deine Kammer oder an rechtliche Beratung. Dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Unabhängig von der Pflicht ist gut lesbare, bedienbare Gestaltung ohnehin die bessere Arbeit. Ausreichende Kontraste, sinnvolle Beschriftungen und Bedienbarkeit per Tastatur helfen allen, nicht nur Menschen mit Behinderung.
Günstig ist nicht automatisch schlecht
Ein Website-Baukasten ist keine schlechte Entscheidung, wenn dein Bedarf klein ist. Ein Betrieb, der ohnehin über Empfehlungen läuft und nur Öffnungszeiten, Adresse und eine Telefonnummer zeigen will, braucht kein individuelles Projekt. Für die lokale Auffindbarkeit ist außerdem das Google-Unternehmensprofil kostenlos und für viele Betriebe der erste Baustein überhaupt.
Was in sehr günstigen Angeboten häufig fehlt, ist trotzdem benennbar: ein eigenes Konzept statt einer Vorlage, eine durchdachte Inhaltsstruktur, geprüfte Darstellung auf allen Bildschirmgrößen, saubere technische Grundlagen für die Suche, Barrierefreiheit sowie eine erreichbare Ansprechperson, wenn etwas nicht funktioniert.
Der ehrliche Vergleich lautet deshalb nicht „billig gegen gut", sondern: Was soll die Website für deinen Betrieb tun, und ist der Preis dafür angemessen? Eine günstige Website, die genau das leistet, was du brauchst, ist besser investiert als eine deutlich teurere mit Funktionen, die niemand nutzt.
Zehn Fragen, bevor du ein Angebot annimmst
Diese Punkte trennen ein belastbares Angebot von einer Hausnummer. Wenn ein Anbieter sie beantworten kann, weißt du, woran du bist.
- Was genau ist im Preis enthalten, und was ausdrücklich nicht?
- Wie viele Seiten oder Inhaltsbereiche umfasst das Angebot?
- Wer liefert Texte und Bilder, und was passiert, wenn sie fehlen?
- Sind Formulare, Buchung oder Reservierung enthalten oder Zusatzleistungen?
- Ist die Darstellung auf Mobilgeräten Teil der Leistung und wird sie geprüft?
- Welche Anforderungen an Barrierefreiheit gelten für mein Vorhaben?
- Was kostet der Betrieb nach dem Start, und ist eine Betreuung Pflicht?
- Auf wen laufen Domain und Zugänge, und bekomme ich sie beim Wechsel?
- Welche Kosten Dritter kommen dazu, etwa für Buchungs- oder Zahlungsdienste?
- Wie viele Korrekturrunden sind vorgesehen, und was gilt danach?
Die achte Frage verdient besondere Aufmerksamkeit. Wenn Domain und wichtige Zugänge nicht auf deinen Betrieb laufen oder dir nicht vollständig übergeben werden, kann ein späterer Anbieterwechsel unnötig kompliziert werden.
Wie viel du einplanen solltest
Als Orientierung hilft eine einfache Zuordnung:
- Eine überschaubare Präsenz mit Kontakt landet bei einem Onepager, bei uns ab 699 €.
- Mehrere Leistungen, die jeweils erklärt werden sollen, führen zu einer mehrseitigen Website, bei uns ab 1.199 €.
- Verkauf, Login, Anbindung an eigene Systeme oder ungewöhnliche Abläufe gehören in eine individuelle Prüfung ohne Startpreis.
Dazu addierst du die Funktionen, die du wirklich brauchst, und rechnest die laufenden Kosten getrennt daneben.
Wenn du das für deinen Fall durchspielen willst, kannst du dir dein Projekt im Preis-Konfigurator in vier Schritten zusammenstellen. Du bekommst eine erste Preiseinschätzung, getrennt nach einmalig und monatlich, und siehst dabei, welche Auswahl den Preis bewegt. Wie fertige Ergebnisse aussehen, zeigen unsere Projekte.
Die brauchbare Antwort auf die Ausgangsfrage lautet also nicht „eine Website kostet X". Sie lautet: Entscheide zuerst, was die Website können muss. Der Preis ergibt sich daraus, und er lässt sich dann auch vergleichen.
Quellen
- Bundesfachstelle Barrierefreiheit: FAQ zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (Geltung seit 28. Juni 2025, Kleinstunternehmen-Ausnahme, Abgrenzung informativer Websites)
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Einstieg in Google Unternehmensprofile (kostenloses Profil)